Die durch uns durchgeführte, aktuelle, ultraschall-gestützte,
3-D-perineale Prostata-Stanzbiopsie über ein Template 
(Raster- Schablone)

Im Vergleich zur transrektalen ultraschall- gesteuerten Prostatabiopsie erfolgt die Probenentnahme nach Ortung über HistoScanning über den Damm unter sterilen Kautelen. Nach Durchführung einer Lokalanästhesie mit Scandicain 1% werden in Steinschnittlage ultraschall-gesteuert über eine transrektale Ultraschallsonde (BK Medikal 3D) die Proben aus den suspekten Arealen entnommen. Hierbei liegt der Patient in Steinschnittlage („auf dem Rücken mit gespreizten Beinen“), eine zusätzliche Analgo-Sedierung ist möglich und wird meist vom Patienten auch als angenehm erwünscht. Das Raster projiziert sich hierbei gleichzeitig in Echtzeit auf die Ultraschallabbildung der Prostata, sodass punktgenau die entsprechenden Areale mit der Biopsie-Nadel erreicht werden.

3 D perinealeProstatastanzbiopsie bild1 4

Hierbei ist wissenschaftlich gesichert das mögliche Infektionsrisiko im Vergleich zur transrektalen Prostatabiopsie minimal.
Die antibiotische Prophylaxe mit Gyrasehemmern(Ciprofloxacin, Levofloxacin), obligat entsprechend den Leitlinien, verliert bei zunehmender Resistenz der typischen Darmbakterien im Enddarm ( Eschericha Coli u.a.) ihr Wirkung.

Die Zahl der Komplikationen nach einer transrektalen Prostatabiopsie ist in den vergangenen 20 Jahren signifikant gestiegen. Wie US-Forscher berichten, geht die Zunahme vor allem auf das Konto von Infektionen. Sie vermuten einen Zusammenhang mit der gewachsenen Resistenz von Keimen, die den Effekt der antibiotischen Prophylaxe durchkreuzt. Versagt die Routineprophylaxe? „Männer bekommen für die Prostatabiopsie routinemäßig Antibiotika verordnet“, erläuterte Prof. Edward Schaeffer, Baltimore, der Seniorautor der Studie. „Den Grund dafür, dass schwerwiegende Infektionen zunehmen, sehen wir in
der stetigen Zunahme von resistenten Keimen.“ Schaeffer und seine Kollegen fordern daher, Kandidaten für die Prostatabiopsie sorgfältig nach Nutzen und Gefahren auszuwählen und vor dem Eingriff entsprechend zu beraten. Das Risiko, durch die Biopsie ernsthafte Komplikationen zu erleiden, sei keineswegs zu vernachlässigen(publiziert am: 29.9.2011 8:00 Autor: Dr. Robert Bublak Quelle: springermedizin.de basierend auf: Loeb S et al. Complications After Prostate Biopsy: Data From SEER-Medicare J Urol 2011; 186: 1830–1834).

Neben diesem großen Vorteil des minimierten Infektionsrisikos ist aufgrund des nahezu horizontalen Stichkanals bei der perinealen Biopsie und der rastergesteuerten Biopsie die Erfolgschance, das vermutete Karzinom zu treffen, erheblich größer.

Eine hierdurch genauere Lokalisation des Prostatakrebses und seine Ausdehnung in der Prostata ermöglicht schließlich bei früher Diagnostik auch eine Fokaltherapie mit HIFU(hoch-energetischer, fokussierter Ultraschall), - also organerhaltend mit relativ kleinem Aufwand,- erektile Funktion und Kontinenz zu erhalten.


Dr. K.-H. von Kellenbach
Urologe u. Androloge