Der älter werdende Patient und die Konsequenzen für die moderne Medizin

Gesundheitsfolderfweb-06-10-1 seite1 b550 ger

Vortrag am 16. Juni 2010 von Dr. Karl Heinz von Kellenbach:
 "Instabile Blase und Harninkontinenz: ein zunehmendes Problem für den älteren Menschen und die Kostenträger "

 

Der älter werdende Patient und die Konsequenzen für die moderne Medizin Die Gesundheit der Deutschen hat sich in den letzten Jahren verbessert. Die Lebenserwartung ist weiter gestiegen und liegt bei Frauen bei 82,4, bei Männern bei 77,2 Jahren. Die gesundheitliche Lage der Männer hat sich in vielen Aspekten gebessert, Frauen holen dagegen leider beim riskanten Verhalten auf. So steigt die Quote der Raucherinnen ebenso wie die Neuerkrankungsrate jüngerer Frauen an Herzinfarkt.

Seit 1990 steigt zwar die Beteiligung an Schutz- und Grippeimpfungen sowie bei Gesundheits- und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, dennoch lassen zuviele die Chancen ungenutzt. Besonders Männer lassen sich meist nur dann für Präventionsmaßnahmen gewinnen, wenn diese bei einem ohnehin fälligen Arztbesuch erfolgen. Durch den demografischen Wandel relativieren sich die insgesamt positiven Gesundheitstrends der letzten Jahre und immer mehr ältere Menschen mit chronischen Krankheiten werden gute Behandlung und Pflege benötigen.

Mit steigendem Alter nehmen Krebserkrankungen und Leiden wie Diabetes mellitus, Osteoporose, Schlaganfall und Demenz zu. In engem Zusammenhang mit dem Lebensstil stehen auch die Herz-Kreislauf-Krankheiten. Diese werden durch Zigarettenkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel sowie Bluthochdruck, Störungen des Fettstoffwechsels und Diabetes mellitus begünstigt. Ein Tabuthema ist immer noch die Inkontinenz, von der etwa jede 3. Frau und jeder 10. Mann über 50 Jahren betroffen ist.

Zwar ist der unwillkürliche Harnabgang keineswegs auf ein bestimmtes Alter beschränkt, ein höheres Alter lässt aber die Wahrscheinlichkeit für Probleme mit der Blase steigen. Im Alter kann es zu einem Verlust an körperlichen und geistigen Fähigkeiten kommen.

Was aber ist „altersbedingt“ und was „krankhaft“? Ist eine nachlassende Gedächtnisleistung, eine Veränderung im Verhalten nun eine Alterserscheinung, eine körperliche Erkrankung oder eine Demenz? Nach aktuellen Prognosen wird sich die Zahl der Demenzpatienten von heute rund einer Million bis zum Jahr 2050 verdoppeln.

Vom „Recht auf Gesundheit“ zur „Pflicht zum gesunden Altern“? Die heute 65 Jährigen haben noch fast ein Viertel ihres Lebens vor sich. Gesundheitsförderung gewinnt für sie zunehmend an Bedeu- tung. Wir alle wollen das Altwerden und Altsein möglichst lange gesund erleben und wir werden auch gesünder alt, als die Gene- rationen vor uns. Es gibt zwar keine Garantie, aber für die eigene Gesundheit lässt sich vieles unternehmen und diese aktive Teilhabe wird immer wichtiger.